Manche Angeltouren bekommen völlig unerwartet einen goldenen Rand…
Diese Geschichte ist eine Hommage an meinen verstorbenen besten Freund Fluppe. Wir reisen zurück in den November 2019.Fluppe war ein eingefleischter Hechtfanatiker, ein Mann weniger Worte. Es kümmerte ihn nicht im Geringsten, wenn das Angeln zäh war – genau dann blühte er auf. Er war mein absoluter Partner in Crime auf der Jagd nach Monsterhechten.
Er liebte das Deadbait-Angeln, aber seit die Live-Technologie auf den Markt kam, war eine neue Disziplin hinzugekommen.
Er arbeitete im Schichtsystem und hatte regelmäßig eine Woche Nachtschicht – Nachtangeln war für ihn also kein Problem.
Ein Meterhecht war sein absoluter Traum, und sein Motto lautete:
"Ich brauche heute nur einen Biss – solange er ein Meterfisch ist."
So kam es, dass wir in jener Novembernacht Richtung Mighty Volkerak aufbrachen, um die Monsterhechte zu suchen.Damals war die LiveScope-Technologie brandneu – und natürlich hatten wir sie bereits auf unserem Boot.
Der Abend begann jedoch mit einem Rückschlag: Wir konnten die Slipanlage von Oude Tonge nicht erreichen. Ein großer Bauernhofbrand blockierte den gesamten Hafeneingang. Ganz Oude Tonge war abgesperrt. Aber nichts konnte uns stoppen – wir hatten schon Schlimmeres erlebt. Also fuhren wir zur Galathese-Hafenanlage. Eine ordentliche Verzögerung.
Endlich auf dem Wasser begann das Spiel: große Hechte suchen und sie mit unseren FishImpact-Shads attackieren.
Christophe von FishImpact war ebenfalls mit Freunden auf dem Wasser und hatte bereits einen 129er gefangen! Vater und Sohn VanAlken – berühmte Specimen Hunter – hatten schon einen 124er gelandet. Das versprach einiges.
Es dauerte nicht lange, bis Fluppe nach einem 95er gleich zwei Meterhechte fing: 105 und 107 cm.
Doch dann wurde es still. Zwei Stunden suchen ohne Erfolg… und dann schlug das Schicksal erneut zu. Dichter Nebel fiel über das Wasser – so dicht, dass wir nicht einmal unsere Hände sehen konnten.
Eine extrem gefährliche Situation. Es war 3 Uhr nachts, und wir waren viel zu weit von der Slipanlage entfernt, um sicher zurückzukehren.
Ich sagte zu Fluppe: „Ich bewege mich hier keinen Zentimeter. Wir liegen sicher, weit weg von der Schifffahrt. Ich fahre erst zurück, wenn der Nebel sich hebt – selbst wenn es morgen Nachmittag ist.“
Für Fluppe war das kein Problem. Sein breites Grinsen von den zwei Meterfischen hielt ihn warm. Geduld war eine seiner größten Stärken.
Wir trieben ein wenig umher, redeten, lachten… unsere Stimmen verschwanden im milchigen Nebel.
Um 6 Uhr morgens geschah dann etwas völlig Unerwartetes!
Ein gigantisches Signal erschien auf dem Bildschirm – ein Hecht von wahrhaft unglaublicher Größe schwamm unter dem Boot hindurch.„Absenken!“ sagte ich, und Fluppe zögerte keine Sekunde.
Der Hecht auch nicht.
Er schoss blitzschnell nach oben und inhalierte den großen FishImpact Masterdropper ohne zu zögern.
Fluppe setzte einen harten, langen Anhieb – die Rute bog sich komplett durch. „Fish on!“ rief er.
Dieser Fisch war von außerirdischen Ausmaßen. Die Bremse kreischte ununterbrochen, und unser kleines Boot wurde vom Monster regelrecht abgeschleppt.
Als wir den Fisch zum ersten Mal an der Oberfläche sahen, begann Fluppe zu stottern und zu zittern. Und man muss wissen: Fluppe war alles andere als ein Weichei – eher ein Mann, mit dem man sich besser nicht anlegte.
Doch jetzt war die harte Schale verschwunden. Zu allem Überfluss brach auch noch der Kescher – so schwer war der Fisch! Aber wir hatten ihn. Ich musste ihn ins Boot heben, denn Fluppe war völlig überwältigt.
Der Fisch war zu schwer, um ihn richtig hochzuheben, also musste das Foto auf seinen Knien gemacht werden – kein zusätzlicher Druck auf die Linse nötig!
Ein wahnsinniges Monster von 132 cm, ein phänomenaler Koloss von 22,6 kg!
„Der glücklichste Tag meines Lebens!“ war alles, was Fluppe noch herausbrachte.Um 7:30 Uhr hob sich der Nebel – wie ein kleines Wunder. Wir hatten mehr als genug erlebt und fuhren zurück zur Slipanlage.
Im Jahr darauf gingen wir nur noch einmal zusammen angeln. Dann kam Covid. Und ein Jahr später schlug das Schicksal endgültig zu. Fluppe starb plötzlich, während einer Nachtschicht. Genau eine Woche bevor meine jüngste Tochter Lily im September 2021 geboren wurde.
Ich bin unendlich dankbar, dass ich ihm diesen absoluten Traumfisch ermöglichen konnte, bevor er diese Welt verließ.
Mach’s gut da oben, mein Freund. Fang ein paar Monster für uns.
WAS FÜR EIN UNGLAUBLICHER MONSTERHECHT!!!
Wenn Freundschaft regiert – und sie mit einem Fisch des Lebens belohnt wird.
Unvergessliche Erinnerungen.